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1 - Ölgewinnung durch Pressen
1.1 Diskontinuierliches Pressen
Diese Pressen werden heute nur noch zur Gewinnung von Fetten/Ölen
eingesetzt, die in kleinen Mengen hergestellt werden. Typische Vertreter
sind Sheabutter und Kakaobutter. Die Pressen bestehen aus einem
perforierten Zylinder, dem Seiher (Seiherpresse). Der Seiher wird
mit Stangen stabilisiert, das Öl tritt durch eine Spalte aus,
die von den Seiherstangen gehalten wird. Der Druck innerhalb des
Seihers wird mittels eines Kolbens erzeugt, wobei ein Stempel Druck
auf das Pressgut ausübt. Das Fett wird beim Pressen über
Siebböden und Kanäle abgeleitet.

1.2 Kontinuierliches Pressen
Diese Pressen werden hauptsächlich zur Gewinnung von naturbelassenen
oder kaltgepressten Pflanzenölen verwendet. Typische Vertreter
sind kaltgepresstes Sesam-, Sonnenblumen-, und Safloröl, in
zunehmendem Maße auch kaltgepresstes Rapsöl. Eingesetzt
werden sogenannte Schneckenpressen in deren horizontalen Gang die
Presswelle in der Form einer Schnecke eingesetzt ist. Um den Druck
im Laufe des Durchgangs des Pressmaterial zu erhöhen und um
den Druckverlust zu kompensieren verjüngt sich der Durchmesser
des Schneckenganges in Förderrichtung. Die Schnecke besteht
normalerweise aus mehreren Segmenten verschiedener Steigung und
Form. Dadurch kann die Schneckenpresse den unterschiedlichen Saaten
angepasst werden.

1.3 Offene Pressen
Offene Pressen sind nur noch bei der Gewinnung von Olivenöl
gebräuchlich. Das Pressen erfolgt diskontinuierlich, die Olivenölpulpe
wird auf mit Filtertücher belegte Rahmen ausgebreitet, die
anschließend gestapelt werden (Rahmenpresse). Das Pressen
dauert bis zu zwei Stunden. Die Presse faßt etwa 500 Kilogramm
Pulpe. In der Mitte des Rahmens ragt ein perforierter Zapfen nach
oben, durch den das Olivenöl ablaufen kann. Der benötigte
Druck wird mittels eines hydraulischen Kolbens erzeugt. Eine früher
eingesetzte Gewinnung von Olivenöl war das Mahlen der Oliven
in Olivenölmühlen.

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