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5 - Chemische Weiterverarbeitung
5.1 Fetthärtung (Hydrierung)
Die wirtschaftliche Bedeutung der Fetthärtung (Hydrierung)
ergibt sich aus dem Rohwarenangebot. Die im europäischen Raum
angebotenen Öle, mit Ausnahme von Kokos-, Palmkernöl,
und Kakaobutter, sind flüssig und somit als plastisches Fett
für z. B. Brotaufstrich und zur Herstellung von Backwaren ungeeignet.
Bei der Hydrierung der Öle erfolgt eine Anlagerung von Wasserstoff
an die Doppelbindung der ungesättigten Fettsäuren in Gegenwart
von reaktionsbeschleunigenden Katalysatoren (meist Nickel). Die
elektrophile Addition des Wasserstoffes erfolgt ausschließlich
an den ungesättigten Fettsäuren, nicht am dreiwertigen
Ester (Glycerin) des Fettes. Die Hydrierung des Öles wird beeinflusst
von der Zeit, der Temperatur, dem Wasserstoffdruck, dem Massentransport,
dem Katalysator (Art, Zustand, Konzentration), der Art des Substrates
und der Art der Prozessführung.

5.2 Das Oxidieren (Blasen)
Außer Wasserstoff lässt sich an den mehrfach ungesättigten
Fettsäuren auch Sauerstoff addieren. Dies geschieht beim natürlichen
oxidativen Fettverderb, der Prozess lässt sich aber auch künstlich
durch Einleiten von Luft in das erwärmte Öl hervorrufen.
Durch die entstehenden Peroxidverbindungen reagieren die Fettsäuren
zu Polymeren weiter. Die größeren, verzweigten Moleküle
verleihen dem Öl eine höhere Viskosität, die durch
die Dauer des Blasens gezielt eingestellt werden kann. Geblasene
Öle werden im Schmierstoffbereich eingesetzt, da sie eine gute
Haftfähigkeit an Metallen besitzen.

5.3 Die Umesterung
Die Umesterung ändert die Eigenschaften von Fetten und Ölen
indem die Fettsäuren neu an dem Glyceringrundgerüst verteilt
werden. Fette und Öle werden bei der Umesterung für kurze
Zeit in ihre Bestandteile getrennt und anschließend wieder
neu geordnet und zusammengesetzt. Dadurch entstehen maßgeschneiderte
Fette/Öle, die dem jeweiligen Verwendungszweck angepasst sind.
Beispiele dafür sind Spezialbratfette auf Palmkern- und Kokosölbasis.
Die Umesterungsreaktionen laufen sehr langsam ab, weshalb stark
ionische Katalysatoren wie Natrium, Natriumhydroxid und Natriumalkoholate
zugesetzt werden. Aufgrund der in natürlichen Fetten/Ölen
auftretenden großen Zahl verschiedener Fettsäuren wird
die Zahl der Kombinationsmöglichkeiten unüberschaubar.
Deshalb nutzt man Fette/Öle mit Schwerpunkt bei bestimmten
Glyceridklassen (z. B. Öle mit Kettenlänge C 8-C 14).

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