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Produktgruppe 2 - Ölsäurebetonte Öle
Aprikosenkernöl wird aus den Kernen
der Aprikose (Prunus armeniaca) durch rein mechanisches Pressen
ausgesuchter Kerne gewonnen (kalt gepresstes Aprikosenkernöl). Das
so gewonnene kalt gepresste Öl wird in der Regel der Raffination
zugeführt (raffiniertes Aprikosenkernöl).
Der ursprünglich aus Westasien (Armenien) oder China stammende,
wärmeliebende, kleine, mit glänzend dunkelgrünen eiförmigen Blättern
versehene Aprikosenbaum wird heute bevorzugt im Mittelmeergebiet,
in Ungarn, Südafrika, Australien und der USA (Kalifornien, Utah)
angebaut. Neben dem Rohgenuss dient die Aprikose zur Herstellung
von Kompott, Marmelade, Saft, Trockenobst, Konserven, Gelees, Branntwein
und Likör (Marillenlikör). Die Fruchtkerne der orangeroten Steinfrüchte
können ähnlich wie Mandelkerne in der Süßwarenindustrie verwendet
werden (Persipan, Marzipanersatz).
Wegen Ihres hohen Ölgehalts von 40 - 50% werden die Kerne zusätzlich
zur Herstellung von Aprikosenkernöl benutzt. Die Gewinnung erfolgt
durch mechanisches Pressen der zerkleinerten Aprikosenkerne (kalt
gepresstes Aprikosenkernöl; selten im Handel). In der Regel wird
die Rohware (wenn nicht zum Aromatisieren verwendet) anschließend
raffiniert (raffiniertes Aprikosenkernöl). Das kalt gepresste Aprikosenkernöl
ist ein mittelgelbes Öl mit charakteristischem Geruch und Geschmack
(Aprikose), während die raffinierte Qualität eine hellgelbe bis
mittelgelbe Farbe, milden Geschmack und schwach ausgeprägten charakteristischen
Geruch aufweist.
Aprikosenkernöl enthält insbesondere Öl- (58-68%), Linolsäure (22-31%)
und Palmitinsäure (3-10%). Aufgrund seines stark ungesättigten Charakters
wird Aprikosenkernöl relativ schnell ranzig, in den Handel kommen
deshalb meist kleine Mengen. Aprikosen sind nahe verwandt mit Mandeln.
Dies spiegelt sich in der Fettsäurezusammensetzung des Öles wieder.
Eine Unterscheidung ist durch eine - allerdings nicht immer sehr
sichere - Farbreaktion möglich. Aprikosenkernöl wird fast ausschließlich
in der pflegenden Kosmetik (Seifen, Salben, Cremes) sowie in der
Haarkosmetik (Shampoos) eingesetzt. In der Süßwarenindustrie wird
es selten eingesetzt. Als Speiseöl wird es äußerst selten verwendet.

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