 |
Produktgruppe 5 - Wachse, Alkohole und Ester
Bienenwachs wird durch Ausschmelzen
der entleerten Waben der Honigbiene (Apis mellifera L.) mit heißem
Wasser gewonnen und die Schmelze von festen Verunreinigungen gereinigt.
Das nach dem Abkühlen erstarrte Wachs (gelbes Bienenwachs)
kann in einem nachfolgenden Schritt mit Oxidationsmitteln (Bleichung)
behandelt werden, um das weiße Bienenwachs zu gewinnen (weißes
Bienenwachs).
Der von Bienen produzierte Honig sowie das Bienenwachs werden seit
Jahrtausenden von Menschen unterschiedlicher Kulturen als Nahrungsmittel
(Honig) bzw. als hochwertiger Grundstoff für Salben und Kosmetika
(Bienenwachs) genutzt. Im Altertum wurden Schreibtafeln aus Wachs
verwendet. Als Grabbeigaben wurden Wachsfiguren und -masken gefunden.
Der griechische Arzt Calenus (129-199) arbeitete u.a. geschmolzenes
Bienenwachs in eine Creme ein. Die Londoner Pharmacopeia aus dem
Jahr 1618 beschreibt ebenfalls die Verwendung von Bienenwachs in
einer Salbe, heute als Coldcreme bezeichnet.
Das gelbe bis lichtbraune (gelbes Bienenwachs) bzw. weiße
bis gelblichweiße (weißes Bienenwachs) Farbe aufweisende,
geschmackslose und an den Zähnen nicht haftende, mit feinkörnigem,
mattem, nicht kristallinem Bruch, schwach nach Honig riechende Wachs
bildet beim Erwärmen eine weiche knetbare Masse, die unlöslich
in Wasser, teilweise löslich in Alkohol und Äther sowie
vollständig löslich in fetten und ätherischen Ölen
ist.
Bienenwachs besteht zu 70-75 % aus einem Gemisch von Cerotin- und
Melissinsäure, aus ca. 70 Estern von C16- bis C36-Säuren
sowie Gemischen aus C24- bis C36-Alkoholen. Weitere 5-15,5 % sind
Kohlenhydrate, die restlichen Komponenten sind Mineral-, Farb- und
Aromastoffe sowie Vitamin A. Bienenwachs wurde früher in großen
Mengen in der Kerzenindustrie eingesetzt, in heutiger Zeit wurde
Bienenwachs als Kerzenrohstoff zunehmend durch künstliche Wachse
verdrängt und nur noch zur Herstellung hochwertiger Kerzen
verwendet. In der Pharmazie beruht die Verwendung von Bienenwachs
hauptsächlich auf dessen antibiotische Eigenschaft (Salben,
Cremes, Pasten, Pflaster).
Aufgrund seiner Härte kann Bienenwachs als Salbengrundlage
nicht direkt eingesetzt werden, es dient aber wegen seines hohen
Wasserhaltevermögens in Gemischen mit flüssigem Paraffin
oder Ölen als Emulgator in Lippenstiften, Gesichtscremes, Lotions,
Wimpertuschen, Augencremes, Lidschatten, Make-up, hornhautbeseitigenden
Mitteln (Rubbelcreme) und Nagelweißstiften. Weitere Einsatzgebiete
von Bienenwachs sind die Zahntechnik (Zahnabdrücke), Reinigungsmittel
(Möbel- und Fußbodenpolitur), Forstwirtschaft (Baumwachs)
sowie Künstlerfarben (Ölkreiden, gewachste Papiere, Lithographiefarben).

|

|