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Produktgruppe 5 - Wachse, Alkohole und Ester
Carnaubawachs wird durch Abschaben
oder Kochen der Blätter der Carnaubapalme (Copernicia cerifera
Mart.) gewonnen und anschließend gereinigt. Rohware kommt
nicht in den Handel.
Die wild wachsende, ca. 15 m hohe, hauptsächlich in Nordbrasilien
vorkommende Carnaubapalme bildet in der Trockenzeit Wachsschüppchen
auf ihren ca. 2 m langen Fächerblättern aus. Diese stellen
einen Transpirationsschutz gegen die Trockenheit dar.
Die Gewinnung des Wachses erfolgt in der Trockenzeit, indem man
alle 2 Monate 6-8 Blätter von der Carnaubapalme abschneidet
und die durch das Schrumpfen der Blätter gelockerten Wachsschüppchen
abklopft, abstreift, abbürstet oder maschinell entwachst. Durch
Kochen des Wachses in Wasser wird es gereinigt, filtriert und nach
dem Festwerden in Stücke gebrochen. Die mühsame, arbeitsintensive
Herstellung des hellgelben bis gelben oder grünlichen bis dunkelgrauen
(die Farbe ist abhängig von dem Reinigungaufwand), im geschmolzenen
Zustand strengen, charakteristischen, jedoch nicht unangenehmen
Geruch aufweisende, großes Härtungsvermögen (größtes
Härtungsvermögen von allen Wachsarten, einschließlich
der synthetischen Wachse) besitzende, sehr schwer verseifbaren Carnaubawachses
(entstehen von Wachsalkohol- und Kohlenwasserstoffemulsionen, keine
Seifenbildung!!) ist seit der Herstellung billigerer synthetischer
Wachse auf dem Weltmarkt kaum noch konkurrenzfähig. Dies liegt
auch daran, daß eine Carnaubapalme nur 150-180 g Wachs pro
Jahr produziert, was umgerechnet eine Ausbeute von 5 g Wachs pro
100 g Blattmaterial entspricht.
Trotz dieser Nachteile ist Carnaubawachs ein beliebter Rohstoff
in der Industrie. Carnaubawachs wird verwendet zu Herstellung von
Selbstglanzemulsionen, Kohlepapier und zum Glätten spezieller
Papiere (Kunstdrucke). Es wird zur Herstellung von Kerzen ein-gesetzt,
in der Produktion von Schallplatten findet es ebenso Verwendung.
Ein weiterer großer Anwendungssektor ist die Reinigungsmittelindustrie.
Carnaubawachs wird dort als Beimischung in Schuhpflegemittel, Fußboden-
und Möbelwachs sowie als Polierwachs in der Autolackpflege
(wegen des hohen Härtungsvermögen) eingesetzt.
Weiterverarbeitetes Carnaubawachs (Raffination, Farbaufhellung
durch Bleicherden oder partiellen Verseifung, Zusatz von synthetischen
Wachsen, anschließendes Ansäuern) wird als gebleichtes
Carnaubawachs für kosmetische Zwecke (z. Bsp. Lippenstifte)
und in der pharmazeutischen Industrie für Dragees verwendet.

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