|
Produktgruppe 3 - Hoch ungesättigte Öle
Dorschlebertran wird aus frischen oder
durch Kälte konservierten Lebern von Gadus morrhua L. und anderen
Gadus-Arten gewonnen. Man unterscheidet dabei Medizinal- und Veterinär-Dorschlebertran.
Die Unterschiede liegen u.a. in der Farbe des Öles.
Der Fisch Dorsch ist hauptsächlich in den Gewässern entlang
der norwegischen Küste, den Lofoten, Spitzbergen und Island
sowie der russischen und kanadischen Nordmeerküste beheimatet.
Das Hauptfanggebiet ist jedoch entlang der norwegischen Küste,
den Lofoten, Spitzbergen und Island. Das Öl hat, im Vergleich
zum Fischfilet, eine untergeordnete Bedeutung. Aus der frischen
oder in der Kälte konservierten Leber des bis zu 20 Jahren
alt werdenden, 1,3 m langen und bis zu 40 kg schweren Fisches wird
das Öl durch Auspressen oder Extraktion gewonnen.
Die hellgelbe bis goldgelbe (Medizinal-Dorschlebertran) bzw. braune
(Veterinär-Dorschlebertran) Farbe aufweisende, leicht fließende
klare, ölige Flüssigkeit mit charakteristischem, schwachem
fischartigem Geruch und Geschmack ist reich an mehrfach ungesättigten
Fettsäuren mit 4-6 Doppelbindungen. Außerdem enthält
Dorschlebertran hohe Anteile an Vitamin A und D. Der Gehalt an autoxidativ
wirkenden Vitamin E ist dagegen relativ gering.
Aufgrund des hohen Gehaltes an mehrfach ungesättigten Fettsäuren
hat Dorschlebertran eine besondere ernährungsphysiologische
Bedeutung. Er wird zur Prävention und Behandlung von Arteriosklerose
und Herz-Kreislauf-Krankheiten eingesetzt (Eskimos zeigen kaum Herzerkrankungen,
obwohl sie sich sehr hochkalorisch und fettreich ernähren).
In therapeutischer Form wird Dorschlebertran bei Vitamin A- und
D- Mangelerscheinungen verwendet (vorbeugende Maßnahme gegen
Rachitis). Für die orale Einnahme wird Dorschlebertran häufig
mit Geschmackskorrigentien versetzt und/oder in Form von Lebertran-Emulsionen
verabreicht.
Ein weiteres Anwendungsgebiet von Dorschlebertran ist die Behandlung
von Wunden in Form von Salben. Ein gänzlich anderer Bereich
ist der Einsatz in der Tierernährung und in der technischen
Chemie als Trockenstoff bei der Firnis- und Lackproduktion. In diesen
Anwendungsbereichen wird anstelle des Medizinal-Dorschlebertrans
hauptsächlich der Veterinär-Dorschlebertran eingesetzt.

|