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Produktgruppe 7- Oleochemie
Geblasene Öle (Synonyme: Blasöle,
blown oils, Dicköle) werden aus raffinierten Ölen durch
das Einblasen von heißer Luft hergestellt.
Geblasene Öle ist eine Bezeichnung für fette Öle,
die durch Einblasen von 100-150°C heißer Luft über
mehrere Stunden hergestellt werden. Prinzipiell kann man jedes Pflanzenöl
zu Herstellung geblasener Öle verwenden, in den meisten Fällen
wird jedoch raffiniertes Rüböl (Rapsöl) oder raffiniertes
Leinöl verwendet. Die Endprodukte werden in diesen Fällen
als geblasenes Rüböl bzw. Leinstandöl (geblasenes
Leinöl) bezeichnet.
Durch das Einblasen von 100-150°C heißer Luft über
mehrere Stunden erfolgt eine Autoxidation der in den Ölen enthaltenen
Fettsäuren. Dies geschieht auch beim offenen Stehenlassen von
Pflanzenölen an der Luft, allerdings braucht der Autoxidationsvorgang
dann mehrere Monate. Geblasene Öle sind klare, rötliche,
gut trocknende, wetterbeständige, einen charkteristischen Geruch
aufweisende, zähviskose, in Wasser unlösliche aber in
lipophilen Lösungsmitteln lösliche Flüssigkeiten.
Ihre Trocknungs- und Wetterbeständigkeitseigenschaften ergeben
sich aus der Autoxidation der Fettsäuren zustande.
Die im Vergleich zu raffinierten Ölen künstlich erhöhte
Viskosität kann über die Dauer des Lufteinblasens eingestellt
werden. Wegen des Einblasens von Luft weicht die Fettsäurezusammensetzung
von dem zur Herstellung eingesetzten Öl ab. Geblasenes Rüböl
enthält beispielsweise viel Ölsäure (60-75 %), etwa
zu gleichen Anteilen Palmitin- und Linolsäure (4-9 % bzw. 5-8
%) und wenig Stearinsäure (2-5 %). Weitere Fettsäuren
sind Linolen- (max. 2 %) und Erucasäure (max. 6 %).
Geblasene Öle werden in der Farbenindustrie als Anstrichstoffe
eingesetzt. In der Waschmittelindustrie verwendet man geblasene
Öle zur Herstellung von waschaktiven Substanzen, da sie ausgezeichnete
Entschäumer-Eigenschaften aufweisen. Deshalb werden geblasene
Öle in der Metallindustrie auch als Sammler in Flotationswässern
eingesetzt.

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