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Produktgruppe 2 - Ölsäurebetonte Öle
Olivenöl wird aus dem Fruchtfleisch
der reifen Steinfrüchte von Olea europaea L. durch Kaltpressung
oder durch andere geeignete mechanische Verfahren gewonnenen.
Der Olivenbaum ist eine alte Kultur- und Charakterpflanze des gesamten
Mittelmeergebietes. Circa 98 % der Weltolivenernte stammen von dort.
Die Ernte der Oliven (Ölgehalt ca. 56 %) erfolgt kurz vor der
Vollreife, man unterscheidet drei Erntemethoden: 1.) Pflücken
vom Baum, 2.) Auflesen der herabgefallenen Oliven, 3.) Schütteln
und Auflesen der Oliven, heute teilweise durch Erntemaschinen
Das goldgelbe bis grüngelbe klare, fette, nicht trocknende
Öl enthält überwiegend Ölsäure, erstarrt
zwischen 0°C und 10°C zu einer weichen Masse und besitzt
einen charakteristischen, Geschmack. Man unterscheidet die Qualitätsstufen:
- Olivenöl extra vierge (kalt gepresstes Öl mit weniger
als 1 % freien Fettsäuren und mindestens 6,5 Punkten im Paneltest)
- Olivenöl vierge (kalt gepresstes Öl mit weniger als
2 % freien Fettsäuren und mit mindestens 5,5 Punkten im Paneltest;
die EU unterscheidet hier noch einmal in "vierge fino"
und "vierge coriente")
- Lampantöl (kalt gepresstes Öl mit weniger als 3,5
Punkten im Paneltest aufgrund starker sensorischer Defekte und
3,3 % freien Fettsäuren)
- Reines Olivenöl (Mischung zwischen raffinierten Olivenöl
und Olivenöl extra vierge)
- Raffiniertes Olivenöl (Vollraffinat aus Lampantöl)
Der Paneltest ist das von der Europäischen Gemeinschaft eingeführte
offizielle Verfahren zur organoleptischen Bewertung von Olivenölen.
Dabei werden sowohl geruchliche als auch geschmackliche Eigenschaften
eines Öls auf einem normierten Formblatt profiliert, gewichtet
und abschließend bewertet.
Olivenöl wird verwendet als Speiseöl (sowohl unter sensorischen
als auch unter ernährungsphysiologischen Aspekten sehr positiv
zu bewerten), in der Humanmedizin als Cholagogum, im kosmetischen
(Sonnenschutzmittel) und pharmazeutischen Bereich sowie in der Textilindustrie
als hochwertiger Rohstoff.

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