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Produktgruppe 2 - Ölsäurebetonte Öle
Rüböl wird aus den Samen
erucasäurearmer Sorten von Brassica napus L. und Brassica rapa
L. (Cruciferae) durch Pressen oder durch Extraktion gewonnen und
in der Regel anschließend der Raffination zugeführt.
Der Raps ist eine sehr alte Kulturpflanze der gemäßigten
Breiten. Das Ursprungsland ist unklar, vermutlich liegt es in Eurasien,
wo die Pflanze schon 2000 v. Chr. erwähnt wird. Der Name Rüböl
leitet sich nicht etwa von der (Zucker) Rübe sondern von dem
mittelalterlichen Wort "Rübse"(=Raps) ab. Heutige
Anbauländer neben Europa sind Indien, China, Nordamerika und
Kanada.
Jahrhundertelang war für Rüböl der hohe Gehalt an
Erucasäure kennzeichnend, der nicht nur der menschlichen Ernährung
hinderlich ist (pathologische Veränderung des Herzmuskels,
Herzverfettung), sondern auch bei Tieren gesundheitliche Schäden
(verminderten Appetit, geringeres Gewicht, vergrößerte
Schilddrüse) verursachte. Erst durch die Züchtung von
erucasäurearmen Sorten wurde Rüböl für die menschliche
Ernährung einsetzbar (1973 Erstzulassung einer erucasäurearmen
Rapssorte in Deutschland durch das Bundessortenamt).
Zur Gewinnung des Rohöles werden die geschroteten Samen (Ölgehalt
zwischen 30-40 %) gereinigt, wärmebehandelt, flockiert, konditioniert
(Inaktivierung der Lipase, Myrosinase und Thiogluccinase), gepresst
und/oder extrahiert. Das Rohöl wird anschließend raffiniert.
Das so erhaltene klare, hellgelbe bis braungelbe, halbtrocknende,
hauptsächlich aus Palmitin-, Öl-, Linol- und Linolensäure
bestehende Öl besitzt einen sehr schwachen Geruch und keinen
oder leicht bitteren Geschmack. Rüböl wird (zunehmend)
als Speiseöl nach der Fetthärtung zur Margarineherstellung
und als Mineralschmierölzusatz verwendet. Es dient als Rohstoff
in der Herstellung von Faktis (elastische Masse für Gummiwaren),
Raupenleim, Baumwachs, Pflastern, Lederfettungsmittel sowie als
Ausgangsstoff zur Biodieselherstellung (Rapsmethylester). In der
Pharmazie dient Rüböl u.a. als Füllmaterial in Weichgelantinekapseln.
Da das "alte" erucasäurereiche Rüböl eine
gute Quelle für C20- und C22-Fettsäuren ist (Kunststoffverarbeitungs-
und Waschhilfsmittelindustrie) werden diese Rapssorten wieder etwas
verstärkt angebaut.

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