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Produktgruppe 6 - Fettsäuren und Glycerin
Tallöl und Tallöldestillate
sind die Bezeichnungen für das wichtigste Nebenprodukt, dass
bei der Erzeugung von Sulfitzellstoff nach dem Sulfatprozess durch
Aufschluss von harzreichen Holzarten anfällt.
Die Bezeichnung "tall" leitet sich vom schwedischen tall
= Kiefer ab. Zur Herstellung werden harzreiche Holzarten wie (schwedische)
Fichten und Kiefern eingesetzt. Tallöl ist ein Mischung aus
Fettsäuren, Harzsäuren (Oxysäuren), oxidierten Harz-
und Fettsäuren sowie deren unverseifbare Komponenten. Die Zusammensetzung
schwankt je nach geographischer Herkunft.
Die Gewinnung von Tallöl und Tallöldestillat erfolgt
durch Säureaufschluss des bei dem Sulfatprozess anfallenden
Sulfitzellstoffes (Zellstoffgewinnung). Nach dem Eindampfen der
anfallenden Tallölseife (Schwarzlauge) wird durch Ansäuern
das Roh-Tallöl als übel nach Schwefel riechende, dunkelbraune,
zähflüssige Masse gewonnen. Die Masse wird gereinigt (Tallöl)
oder destillativ fraktioniert (Tallöldestillate).
Tallölprodukte sind hellgelbe bis gelbe (Tallölfettsäure,
Tallöl) bzw. gelbbraune (Tallöldestillat), in Wasser unlösliche
Flüssigkeiten. Beide Produkte werden überwiegend als Rohstoff
für nicht vergilbende Lacke, zur Herstellung waschaktiver Substanzen,
als Sammler bei der Flotation von Mineralien und zur Herstellung
von chemischen Zwischenprodukten eingesetzt. Weitere Einsatzgebiete
sind die Papier- und chemische Industrie (Emulgator für Kautschuksynthese)
sowie als Rohstoff für Druckfarben und Klebstoffe.

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