 |
Produktgruppe 3 - Hoch ungesättigte Öle
Weizenkeimöl wird aus den Keimen
des Weizenkorns (Triticum Vulgare L.) gewonnen (rohes Weizenkeimöl).
Das so gewonnene Öl wird in der Regel anschließend der
Raffination zugeführt (raffiniertes Weizenkeimöl).
Der einjährige Weizen wurde schon sehr früh kultiviert
und hat sich in zahllose Formen aufgespalten. Wildformen wurden
bereits vor 8000 Jahren gesammelt, durch zufälligen Verlust
um die Behausungen der Sammler (ungewollt) ausgesät und sind
dann gepflegt worden. Später wurde der Weizen systematisch
angebaut und auf bestimmte Eigenschaften (Größe, Festigkeit,
Spelzfreiheit, Ertrag,....) ausgelesen. Der Ursprung des Weizens
wird heute im eurasischen Gebiet angenommen. Weizen bevorzugt die
gemäßigten Zonen, er wird auch zum geringen Anteil in
den Subtropen angebaut, nicht jedoch in den Tropen. Man unterscheidet
Sommer- und Winterweizen, letzterer verträgt Frost bis -22°C.
Der anspruchsvolle Weizen verlangt schwere, nährstoffreiche
Böden (Lehm-, oder Schwarzerde) mit hoher Wasserkapazität.
Typische Anbauländer sind die ehemalige Sowjetunion, China,
USA, Indien, Kanada, Frankreich, Türkei, und Deutschland aber
auch Großbritannien und Argentinien.
Weizen ist ein Brotgetreide, das Öl ist von untergeordneter
Bedeutung. Der Weizenkeimling enthält 7-12 % Öl, das durch
Pressen (rohes Weizenkeimöl) oder durch Extraktion mit einer
sich anschließenden Raffination (raffiniertes Weizenkeimöl)
gewonnen wird. Das rohe Weizenkeimöl (während des Pressvorgangs
werden Temperaturen von ca. 60°C erreicht) ist bei Zimmertemperatur
klar, (bei tiefen Temperatur Eintrübung wegen ausgefallener
Wachse, reversibel bei Erwärmen ohne Qualitätsverlust)
von goldgelber bis brauner Farbe und weist einen typischen getreideartigen
Geruch und Geschmack auf. Die raffinierte Qualität besitzt
eine gelbliche Farbe mit schwachem, typischem Geruch. Beide Weizenölqualitäten
weisen einen etwa gleich hohen Anteil von Palmitin-, und Ölsäuregehalt
auf, der Linolsäuregehalt beträgt ca. 55-60 %, der Linolensäuregehalt
etwa 5-10 %.
Wegen des gleichzeitig hohen Tocopherolgehaltes (Vitamin E) ist
Weizenkeimöl ein beliebtes Diätöl, allerdings, bedingt
durch den hohen Linolensäuregehalt, nur kürzere Zeit haltbar
(Ranzigkeit). Weizenkeimöl, sowohl die rohe als auch raffinierte
Qualität, wird in der Kosmetik als Salbengrundlage und als
Haut- und Haarpflegemittel eingesetzt. In der Pharmazie wird Weizenkeimöl
wegen seines natürlichen Wirkstoffgehaltes (Vitamin E Kapseln)
als Füllung von Weichgelatinekapseln verwendet.

|

|