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Produktgruppe 5 - Wachse, Alkohole und Ester
Wollfett (Synonyme: Wollwachs, Lanolin,
Adeps Lanae) ist eine gereinigte, wachsartige, wasserfreie Substanz,
die aus der Wolle des Schafes (Ovis aries) gewonnen wird.
Unter dem Namen "Oesypus" wird schon von dem griechischen
Arzt und Pharmakologen Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) in seinem fünfbändigen
Hauptwerk "De Materia medica" eine fettige Substanz erwähnt,
von der man heute weiß, daß Wollwachs (Wollfett) gemeint
war. Wollfett wurde damals gewonnen durch Auskochen der Schafwolle
mit Wasser und anschließendem Abschöpfen der oben schwimmenden
öligen Schicht. Wollfett geriet im Laufe der Jahrhunderte wieder
in Vergessenheit. Erst 1882 wurde Wollfett von Braun und Liebrich
in gereinigter Form hergestellt und mit dem lateinischen Namen "
Lanolin" (nach lana = Wolle; Oleum = Öl) benannt.
Wollfett ist seiner chemischen Zusammensetzung nach kein eigentliches
Fett (kein Fettsäuregylcerinester), sondern ein Gemisch von
Estern verschiedener Säuren mit Alkoholen. Die Gewinnung des
Wollfettes erfolgt nach der Schafschur durch Auswaschen des Fettes
mit Seife und Soda bis zum gewünschten Grad der Entfettung
(sog. Wollwäschereien), Ansäuern (Ausfällung des
Wachses), alkalisches Emulgieren und Zentrifugieren des rohen, flüssigen
Wollfettes. Durch mehrmaliges Umschmelzen und Auswaschen wird das
Rohwollfett gereinigt.
Festes Wollwachs ist eine blassgelbe Substanz von salbenartiger
Konsistenz und charakteristischem Geruch. In geschmolzenem Zustand
ist Wollwachs eine klare oder fast klare, gelbe, praktisch in Wasser
unlösliche, in Ethanol wenig lösliche und in Ether lösliche
Flüssigkeit. Lösungen von Wollwachs in Petrolether zeigen
Opaleszenz. Herausragende Eigenschaft von Wollwachs ist jedoch die
Wasseraufnahmefähigkeit. Es kann bis zu 300 % Wasser aufnehmen,
was überhaupt erst die Verwendung in allen Kosmetik- und Pharmaziebereichen
ermöglicht.
Die entstehenden Emulsionen sind sehr haltbar, durch Kneten der
Masse ändert sich ihre äußere Beschaffenheit nicht.
Wollwachs dringt hervorragend in die Haut ein. Allerdings besitzt
Wollfett ein gewisses Irritationspotential und kann bei empfindlicher
Haut Allergien auslösen. In der Technik wird Wollfett in der
Textil- und Lederwarenindustrie (Einfettungsmittel) sowie als Rostschutzmittel
eingesetzt. Durch Acetylierung, Ethoxylierung und Hydroxylierung
von Wollfett lassen sich weitere kosmetisch verwendbare Produkte
herstellen.

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